Aristoteles
Ich steh dazu, ich bin etwas verrückt. Frauchen meint völlig durchgeknallt, auf sie darf man nicht immer hören. Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung, ich tue es auch nicht immer. Sie neigt gerne zu Übertreibungen. Und da ich ein großes Genie bin, gehört die Verrücktheit nunmal unweigerlich dazu.
Wie ich darauf komme? Mir fallen steht’s die unglaublichsten Ideen ein mein Frauchen auszulasten und artgerecht zu beschäftigen. Denn es gibt nichts Schlimmeres als ein unausgelastetes Frauchen. Noch schlimmer finde ich es mit anzuschauen, wenn sie sich gehen lässt. Dann tut sie Dinge, wie auf dem Sofa vor der Klotze zu hängen, auf der Tastur rumzuhämmern, bis Mittags um 11 Uhr schlafen, Tagträumen beim Gassi gehen, ....
Doch das Leben ist zu kurz für solche langweiligen Dinge, es bietet so viel mehr, wie z.B. Hasen und Rehe. Außerdem müssen wichtige Aufgaben erledigt werden. Wo kommen wir denn da hin, wenn der Goldie von neben an die Frechheit besitzt auf meiner Wiese zu laufen? Frauchens Pferd völlig dreist, ohne zu Fragen die Box verlässt? Dann komme ich zum Einsatz. Denn einer muss für Zucht und Ordnung sorgen.
Mi
16
Mai
2012
Heute hab ich ein paar Bilder von meinem Spielkind gemacht ;-). Er macht sich immer besser im modeln, fast schon ein Profi. Umso schöner, denn so konnte ich mein neues Objektiv mit Festbrennweite testen.
Weitere Bilder gibts hier
Di
15
Mai
2012
Der Hund
Da oben wird das Bild von einer Welt
aus Blicken immerfort erneut und gilt.
Nur manchmal, heimlich, kommt ein Ding und stellt
sich neben ihn, wenn er durch dieses Bild
sich drängt, ganz unten, anders, wie er ist;
nicht ausgestoßen und nicht eingereiht,
und wie im Zweifel seine Wirklichkeit
weggebend an das Bild, das er vergisst,
um dennoch immer wieder sein Gesicht
hineinzuhalten, fast mit einem Flehen,
beinah begreifend, nah am Einverstehen
und doch verzichtend: denn er wäre nicht.
Rainer Maria Rilke
Di
08
Mai
2012
Der Hund ist nervös, zappelt, bellt ununterbrochen, winselt, springt in die Leine beim Anblick von Artgenossen, ist kaum bis gar nicht mehr ansprechbar, …
Die Ursache ist oft eine gesteigerte Erregbarkeit. Probleme wie Angst- und Aggressionsverhalten werden durch die gesteigerte Erregbarkeit meist verstärkt. Ruhige, logische Gedanken werden durch Gefühle blockiert, der Hund reagiert impulsiv und neigt zu Überreaktionen. Dieser Zustand erschwert das Lernen und konzentriertes Arbeiten oder macht es manchmal sogar unmöglich.
Ein kleines Beispiel aus unserem Alltag:
Auch wir kennen diesen Zustand z.B. beim Autofahren. Sind wir zufrieden und entspannt, fahren wir bedacht und ärgern uns nur mäßig, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt. Sind wir gereizt und gestresst, dann reicht eine Kleinigkeit und wir sind kurz vorm explodieren. Wir fahren dann eher rücksichtslos und aggressiv.
Stellen wir uns vor, wir sitzen im „gestressten“ Zustand im Auto und haben einen Beifahrer dabei. Für welchen der Beifahrer würden wir uns entscheiden? Welcher der Beiden würde unser Verhalten für uns zum Positiven beeinflussen?
- Der Beifahrer, der genauso angespannt neben uns sitzt und uns bei jeder Überreaktion straft?
- Oder ein Beifahrer, der Ruhe ausstrahlt, durch ein nettes Gespräch versucht, unsere Stimmung zu verändern und uns vielleicht sogar ein Stückchen Schokolade rüber schiebt?
Ich würde mich für den ruhigen Beifahrer entscheiden. Der Erste könnte vielleicht erreichen, dass ich aus Angst vor Strafe gehemmt wäre. Es hätte zwar nach Aussen hin den Anschein er wäre zum Erfolg gekommen, aber meine Stimmung, die ich mich nicht mehr traue zu zeigen, wäre eher schlimmer als besser. Vielleicht würde ich aber auch beginnen, den Beifahrer und die Strafe zu ignorieren (das Schmerzempfinden bei Stress ist ziemlich herabgesetzt), oder ich würde sogar meinen Beifahrer attackieren, damit er endlich die Klappe hält. Egal welche der drei Reaktionen ich zeigen würde, keine Erfahrung wäre schön für mich.
Wie werde ich zum Beifahrer, der die Stimmung positiv verändert?
Ein schönes Hilfsmittel, den Fuß in die Türe zu bekommen, ist die konditionierte Entspannung.
Jeder Hundesitzer hat sicherlich schon von der „klassischen Konditionierung“ gehört. Ein neutraler Reiz (wie z.B. der Clicker oder auch das Klingeln an der Haustüre) wird zum konditionierten oder auch bedingten Reiz, der eine Bedeutung bekommt.
Diese Art von Lernen nutzen wir nun für die konditionierte Entspannung mit Hilfe eines Entspannungswortes. Wir geben einem neutralen Wort durch die klassische Konditionierung eine Bedeutung.
Ein Entspannungssignal bauen wir folgendermaßen auf:
Ist der Hund Zuhause völlig entspannt, setzen wir uns zu ihm, streicheln und massieren ihn und säuseln unser Entspannungswort, wie z.B. „Easy“. Beim Streicheln und Massieren schüttet der Körper das Kuschel/Bindungshormon „Oxytocin“ aus. Ein Gehirnstoff der als beruhigend und positiv empfunden wird.
Säuseln wir nun unser Entspannungswort immer dann, wenn der Hund entspannt, findet eine klassische Konditionierung statt. Das Wort „Easy“ allein reicht nun, dass der Körper „Oxytocin“ ausschüttet.
Sicherlich wird sich der Hund in einer für ihn stressigen Situation durch das Entspannungswort nicht völlig relaxt auf den Rücken schmeißen und ein Nickerchen machen, aber es schafft uns die Möglichkeit ihm für einen kurzen Moment ein Stück Erregung zu nehmen um ein Alternativverhalten aufzubauen.
Und nun viel Spaß beim Säuseln und Kuscheln ;-).
Mi
25
Apr
2012
Mio, der Jungbrunnen ist bei diesem Blogeintrag nicht gemeint ;-). Es geht um das beste Pferd der Welt: Meins!
Der Kerl wurde diesen Monat 27 Jahre und auch mit 27 Jahre lernt man nicht aus. Wir haben das Clickertraining für uns entdeckt und ne Menge Spaß dabei.
So
22
Apr
2012
Wir haben heute die wenigen Sonnenstrahlen für ein kurzes Fotoshooting genutzt. Mio findet diese Art von Shooting immer klasse, denn da darf er im Vollspeed zu "Mama" stürmen ;-).
Fr
06
Apr
2012
Unglaublich aber wahr, Mio wird tatsächlich schon 6 Jahre. Langsam wird es Zeit auf Seniorenfutter umzustellen ;-).
Keine Sorge, zum alten Eisen gehört Mio noch lange nicht, er ist ja gerade erst mal aus der Pubertät draußen. Manchmal dauert die wohl länger (wir sind das beste Beispiel dafür).
Und wie soll es anders sein, gibt es zu solchen Anlässen mal wieder einen Rückblick:
Früher sind die Leute nen Bogen um mich gelaufen und nun nehmen mich manche gar nicht mehr ernst: „Ja, ja, Du hast leicht Reden mit Mio!“ Stimmt! Ich hab keine Abende heulend auf der Couch
verbracht, hatte keine Wunden, die ich lecken musste und auch sonst ist mir von Anfang an, alles in den Schoss gefallen. Ich musste mich niemals am Laternenpfosten, mit ner Frikadelle in der Hand
(die zwischen meinem Fingern hervorquillt) festklammern, da ein anderer Hund den Weg kreuzte. Ich saß nie fluchend auf dem Hosenboden in der dreckigsten Pfütze weit und breit. Hatte nie Zerrungen
in der Schulter da Hundi denkt, er müsse von null auf hundert an der 10 Meter Schleppe durchstarten. Meine Armmuskulatur war in unseren wilden Zeiten so ausgeprägt, dass alle Mädels staunten, wie
das ohne Fitness-Studio funktioniert.
Mittlerweile denke ich oft: „war alles halb so wild“. Doch ganz so war es nicht. Was wir durchlebt haben, sorgte für ein Gefühlschaos bei mir. Was mich „Besonders“ machte (dachte ich jedenfalls)
war die Beziehung zu Tieren. Und auf einmal war ich zwar Besonders, aber nur „besonders Unangenehm“. Denn jeder starrte uns an, was für einen gefährlichen und unerzogenen Hund ich nicht unter
„Kontrolle“ brachte. Meine „Alle reden über mich“ -Psychose wurde dadurch nur noch mehr angeheizt.
Jetzt denkt sicher der ein oder andere: „Ja, ja, jetzt jammert die Nicole wieder“, nein, so soll es nicht sein, denn es war gut so, wie es war.
Denn ich habe nicht nur versucht Mio zu therapieren, sondern ich habe mich selbst ein Stück weit therapiert. Ich habe durch Mio gelernt, dass ich auch das Recht habe, mal unangenehm aufzufallen,
dass „trotzdem“ lächeln der bessere Weg ist. Dass man nie aufgeben darf. Es gibt ne Lösung, man muss sie nur finden...
Ja, die Reise mit Mio war für mich schon ne Reise zu mir selbst. Ich hab in dieser Zeit so viel über mich gelernt, über Beziehung, über Vertrauen und über die verschiedenen Sichtweisen, mit denen
man die Welt betrachten kann.
Es ist nicht das Große was uns glücklich macht, sondern es sind die kleinen Dinge die leicht mal übersieht. Durch Mio habe ich gelernt, das kleine Glück zu achten und mich zu freuen, anstatt
große Erwartungen zu haben. Und wenn man so durchs Leben geht, kommt irgendwann dann manchmal sogar was ganz Großes dabei heraus.
Manche Wunden die die Mio zugefügt wurden, werden wohl nie heilen, aber wir haben einen Weg gefunden um beide miteinander glücklich zu sein und wir werden durch kleine Schritte sicherlich noch
Großes meistern.
Ja, ich hab Dich lieb mein kleiner Stinker. Wir verstehen uns nun meist ohne Worte und aus Dir und mir wurde ein "Wir". Mehr wollte ich garnicht erreichen. Danke, daß Du mich bewachst als wäre
ich das Wichtigste auf auf dieser Welt (auch wenn es machmal garnicht nötig wäre ;-), schreib Dir das gefälligst hinter die Ohren), mir Vertrauen schenkst und mich jeden Tag mindestens einmal zum
Lachen bringst. Was Besseres konnte mir nicht passieren. Auf die nächsten 6 Jahre!
So
01
Apr
2012
Mio und ich sind heute wie die Wilden über die Wiese gerollt. Erst mit Schleppi, doch als der Kerl so brav war, auch ohne Schleppi.
Ein kleiner Eindruck gibts hier:
Mehr folgt die Tage
Fr
23
Mär
2012
Gestern hatten wir einen wunderschönen Tag im Tierpark. Mio war völlig fasziniert von den vielen Tieren und dann hatte er noch einen riesen FaN: Ein Fischotter wich nichtmehr von Mios Seite. Wäre sein Gehege nicht eingezäunt, hätte Mio jetzt wohl sein eigenes Haustier ;-).
Mi
21
Mär
2012
Und ein bisschen Frühling hab ich auch noch mitgebracht:
Mi
18
Jan
2012
Ich hab mich wieder mal anfixen lassen. Neuerdings wird genäht. Natürlich für den Hund, für wen sonst ;-).
Mios neues Halsband
Wieder Mios neues Halsband ;-)
Mios neuer Kurzführer
So
08
Jan
2012
Was zur Folge hat, das ein Master of Desaster keine Minuten braucht um ein Loch so tief zu buddeln, daß das Köpfchen reinpasst. Nein, es reichen Sekunden! Und würde Frauchen ihn nicht am Geschirr aus dem Loch ziehen, würde er kürzester Zeit ne neue unterirdische Verbindungstrecke nach Japan buddeln.
So sehen die Nebenwirkungen aus:
Do
22
Dez
2011
Klein Wilma steht morgens pünktlich um 9 Uhr vor der Apotheke und fragt den Apotheker: „Hast Du was gegen Heimweh?“ Doch Apotheker versteht Wilma nicht, denn Wilma ist ein Hund, genauer genommen
eine schon etwas reifere Appenzellerdame. Der Apotheker kann Wilma nicht helfen, doch sie bleibt eisern und wartet und wartet und wartet. Eine Stunde, zwei Stunden. Nach drei Stunden wird sie von
Mitarbeitern im Bürogebäude gegenüber mit ner Paketschnur angeleint und darf im trockenen Büro erstmal ne Schüssel Wasser leeren. Wasser ist zwar nicht so gut wie Heimwehtabletten, aber immerhin
besser als nichts.
Dann komm ich ins Spiel. Ich bekomm nen Anruf: „Nicole, wir haben einen Hund im Büro.“ Schön für Euch. Ich möchte Mio auch mal mit zur Arbeit nehmen, gemeine Welt! Ich erfahre von Wilma. Der
Apotheker spekuliert, Wilma würde einem Obdachlosen gehören.
Im Tierheim wurde schon angerufen, doch es wird leider kein Hund vermisst. Da ich beim Tagestreff für Obdachlose schon öfter Hunde gesehen hab, rufe ich dort an, vielleicht weiß dort jemand, wem
Wilma gehören könnte. Die Dame in der „Sozialeinrichtung“ erweist sich nicht gerade als sozial und versucht mich abzuwimmeln: „Wir haben gerade keine Obdachlosen mit Hund! Bringen sie ihn ins
Tierheim! Wenn der Besitzer ihn wiederhaben will, dann muss er halt zahlen.“ Was für ne blöde Kuh. Gerade sie, die tagtäglich mit solchen Menschen zu tun hat, müsste doch eigentlich wissen, dass
der Hund doch oft der einzige Freund ist, den Obdachlose noch haben es für ihn nicht so einfach ist, mal kurz ins 10 km entfernte Tierheim zu fahren (das mitten in der Pampa liegt, ohne
Busverbindung) und den Hund freizukaufen.
So schnell lass ich mich nicht abwimmeln, pah! Also Hund schnappen, selbst zum Tagestreff gehen, die Leute dort vor Ort fragen, ob denn irgendjemand diesen Hund kennt. Die Leute sind nett,
überlegen, doch leider verneinen sie. Da kommt die weniger soziale Dame vom Telefonat wie ne Furie angeschossen und macht uns zur Schnecke: „Ich hab Ihnen doch schon am Telefon gesagt, dass der
Hund hier niemand gehört!!! Warum kommen Sie jetzt her? Bringen sie den ins Tierheim!“. Damit die Dame mich versteht, werde ich auch etwas lauter und sagte das, was ich zu Mio immer sag, wenn er
sich aufregt: „Jetzt bleiben Sie mal locker!!! Es ist doch nun gar nicht schlimm, wenn wir hier mal die Leute fragen. Denn falls es so wäre, wäre der Besitzer sicherlich froh darüber. Das ist gar
nicht böse gemeint, sondern das Gegenteil. Wir wollen nur helfen, weiter nichts! Kein Grund sich so aufzuregen!“ Darauf kommt ein „Ist ja schon gut“. Hier kommen wir nicht weiter.
Also noch mal den Apotheker fragen. Es stellt sich heraus, dass er den Hund verwechselt hat, denn den Hund den der meint, sieht anders aus. Die beiden kenn ich. Uns bleibt nichts anderes übrig,
als noch mal im Tierheim anzurufen und Bescheid zu geben, dass sie in wenigen Minuten einen Hund mehr haben.
Wilma ist überall ganz brav mitgedackelt und sich auch mit dem Hund im Tagestreff (nein, da gibt es gerade keine Hunde) gut vertragen.
Wir haben die kleine Maus heute Mittag dann im Tierheim abgeliefert. So zwei Tage vor Weihnachten hätte ich Wilma gerne ein schöneres Geschenk gemacht. Aber vielleicht bring ich ihr in den
Feiertagen mal was gegen Heimweh vorbei.
So
04
Dez
2011
Mio entspannt mit seinem Wohlfühltuch
Da Ängste und Aggression mit einem erhöhten Stresspegel in Verbindung stehen, kann es bei vielen Hunden hilfreich sein einen Entspannungsduft zu konditionieren. Mit diesem Duft können wir dem
Hund helfen, sich in stressigen Situationen wohler zu fühlen.
Daß Geruch Gefühle beeinflussen kann, kennt jeder. Gerüche aus der Kindheit, wie der Duft des Apfelkuchens den Oma immer gemacht hat…, der Duft eines Parfüms, das wir mit einer bestimmten Person
in Verbindung bringen, der Geruch von Zimt, der uns an Weihnachten erinnert…. Viele Gerüche bringen wir mit positiven und negativen Gefühlen umgehend in Verbindung.
Warum ist das so:
Die Nase leitet die Impulse (den Geruch) direkt zum Riechhirn. Hier werden sie verarbeitet, mit bekannten Düften verglichen, ausgewertet und weitergeschickt. Jeder Duft landet vom Riechhirn zum
so genannten limbischen System. Das limbische System ist u.a. für die Emotionen zuständig. So empfinden wir je nach Geruch, z.B. Freude, Angst oder Ekel.
Wie kann man dies nutzen?
Durch die Verbindung eines Geruchs mit Emotionen können wir die Emotionen unserer Hunde beeinflussen. Klappt dies, wird der Hund einen von uns gewählten Geruch mit einer entspannten Situation in
Verbindung bringen und der Stresspegel sinkt.
Wie macht man das?
Im Grunde ganz einfach. In Situationen, in denen der Hund beginnt zu entspannen, z.B. bei gemeinsamen Kuschel- und Massagestunden nimmt man ein Tuch, das den Geruch trägt und legt es daneben.
Praktisch für den Entspannungsduft ist auch ein Halstuch, welches wir dem Hund direkt vor dem Kuscheln umlegen. Nun wiederholen wir das einige Male. Halstuch anlegen, kuscheln, Hund massieren,
Hund entspannen. Wenn ein Hund bei Berührungen nicht entspannen kann bekommt er den Geruch einfach, wenn er anfängt sich von selbst zu entspannen.
Gehen wir dabei behutsam vor setzt der Körper schon bald beim Anlegen des Halstuchs das Entspannungshormon/Kuschelhormon „Oxytocin“ frei. Wurde der Duft mit Entspannung konditioniert, können wir
mit dem Duft in stressigen Situationen seine Gefühle ein Stück weit beeinflussen. Wir können ihm helfen Ängste leichter zu verlieren und ihn ansprechbarer machen.
Ganz wichtig: Der Entspannungsduft muß immer wieder aufgeladen werden
Damit der Hund den Duft nach dem Einsatz nicht falsch verknüpft, müssen wir ihn immer wieder aufladen. Hatte der Hund nach erfolgreicher Konditionierung sein Halstuch in einer stressigen
Situation um, braucht es wieder die Entspannungsphasen mit dem Duft. Denn bekommt der Hund seinen Duft nur noch in stressigen Situationen, wird er den Duft irgendwann auch mit solchem verbinden,
Duft = Stresspegel steigt. Und genau das wollen wir ja nicht.
Der Duft:
Als Duft kann man ätherische Öle nehmen. Vorsicht, das Öl niemals unverdünnt verwenden. Als Mischung wird oft 1:10 empfohlen. 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10 Tropfen neutrales Öl (ich verdünne
das Öl jedoch noch mehr, bis es für mich kaum mehr zu riechen ist). Als Duft eignet sich u.a. Lavendel, Kamille, Anis, Orange, Rosenholz, Sandelholz….
Der konditionierte Entspannungsduft ist kein Wundermittel, aber eine einfache und wirkungsvolle Unterstützung beim Abbau von Angst- und Problemverhalten.
So
30
Okt
2011
Heute gabs mal wieder ein Fotoshooting. Doch diesmal ausnahmsweise nicht mit Mio vor der Linse und auch nicht Frauchen hinter der Kamera, sondern mein Altertümchen stand im Mittelpunkt.
Mi
26
Okt
2011
Das Video ist zwar schon ein paar Monate her, hab´s gerade wieder auf dem Rechner entdeckt. Mio bei seiner Lieblingsbeschäftigung, beim Mantrailing:
Di
02
Aug
2011
begleitet mich nun der kleine schwarze Proll unter meinen Füßen und hat mein hart erarbeitetes strukturiertes Leben in ein Chaos verwandelt. Die drei Jahre waren für mich wohl eine der
lehrreichsten Jahre überhaupt (von der Pubertät mal abgesehen).
Nach meinem Plänen bei Mios Einzug, müsste der Kerl seit zwei Jahren gut abrufbar neben meinem Pferd spazieren, entgegenkommende Hunde freundlich begrüßen ggfl. Ignorieren, im Biergarten
gelangweilt unter dem Tisch liegen und noch viiiiiiiiiel mehr.
Na ja, was soll ich sagen? Nichts von dem ist eingetroffen. Aber wie selbstverständlich antworte ich auf die Pferdefrage: „Mio und Hün das wird nie so klappen, aber ist ok.“. Über die Frage, ob
er den wirklich nie ohne Leine laufen darf, mach ich mir mittlerweile nur noch Gedanken, wenn sie mir gestellt wird und auch da bedauere ich die Antwort „Nein, er läuft so gut wie nie ohne
Schleppe“ nicht mehr.
Auch wenn ich meinen gesetzten Zielen nach, auf ganzer Linie versagt habe, habe ich viel mehr lernt, viel mehr gewonnen.
Ich hab oft an mir gezweifelt, mich geschämt und mir Vorwürfe gemacht. Nun steh ich zu mir und zu Mio. Ich habe mich manchmal gefragt, ob Mio woanders nicht besser aufgehoben wäre doch jetzt weiß
ich „Nein, das wäre er nicht.“ Mal abgesehen davon, dass die ganzen klugen Leute mit ihren ganzen klugen Ratschlägen so einen Hund wohl eh nicht genommen hätten.
Ich stand oft in der Zwickmühle, was soll ich tun, wem soll ich glauben? Irgendwann kam ich zur Erkenntnis, dass ich man jedem ein Stückchen Glauben schenken kann, jeder hat eine Wahrheit.
Das Ziel ist nach Außen hin ist dasselbe, im Herzen manchmal nicht.
Daher stellte ich mir die Frage: Warum hab ich ein Hund? Was liebe ich an Mio? An Mio liebe ich seine überschwängliche Art Gefühle auszudrücken. Wenn er sich freut, dann hüpft er wie
ein Känguru, wenn er mir zeigen möchte, dass er mich mag, dann bleibt in meinem Gesicht Nichtsmehr trocken, wenn er kuscheln möchte, dann kuschelt er so hingebungsvoll wie ein kleiner Welpe bei
seiner Mutter. Seine gute Laune ist so ansteckend, daß man jeden Kummer für einen Moment vergessen kann. Doch genauso wie er sich freuen kann, so ärgert er sich auch, er steckt voller Emotionen.
Beides gehört zum ihm, ohne das eine wäre das andere nicht. Doch das macht ihn aus, dafür liebe ich ihn.
Mio ist angekommen und ich freu mich fast jeden Tag aufs Neue, was für ein tolles Team wir geworden sind. Wir gehören zusammen und stehen für einander ein. Gibt es denn was Schöneres in einer
Mensch-Hund-Beziehung?
Sa
23
Apr
2011
„Das muss er können“ ist ein Satz, der mich in der Zeit mit Mio steht’s begleitet. „Das muss er können“ hörte ich von Tierärzten, Hundetrainern, und Menschen, die gerne das ein oder das andere wären.
Muss ich, wenn ich Höhenangst habe vom 10 Meter-Turm springen, weil mein engster Freund das von mir erwartet? Was würde ich über diesen Menschen denken, wenn er mich runter schupsen würde, einfach so, ohne Vorwarnung, ohne Achtung vor meinen Gefühlen da meine Angst ja eigentlich unbegründet ist?
Würde ich ihm danach dankend in die Arme fallen? Wäre mein Vertrauen in die Person bestärkt? Würde ich mit ihm jemals wieder den 10-Meter-Turm besteigen?
Jeder, der einen gesunden Menschenverstand hat, würde das wohl nicht mehr tun.
Hätte ich tatsächlich einen Freund, der meine Ängste (auch wenn sie ihm völlig absurd erscheinen) ernst nimmt, würde er mich gar nicht erst auf den 10-Meter-Turm locken.
Er würde mit mir zum Beckenrand gehen und mit mir gemeinsam springen. Er würde zum Ein-Meter-Turm gehen und wir würden in allen Varianten von diesem Turm springen, bis wir ein riesen Spaß hätten. Mit der Zeit würden wir uns immer weiter vortasten und evtl. mit viel Zeit, Geduld und ohne Erwartungen wäre ich vermutlich mutig genug, zu springen. Und zu vertrauen.
Wie oft bringen wir unsere Hunde in Situationen die für sie die Hölle bedeuten. Wir schupsen sie vom 10 Meter-Turm im Glauben nur das Beste für sie zu wollen. Doch wollen wir wirklich das Beste für sie? Oder nur für uns? Wollen wir einen Hund, der sich fügt, in der Hoffung, danach ist alles vorbei, oder wollen wir einen Hund, der sich freiwillig dafür entscheidet, dass das was wir tun, gut für ihn ist, da er uns vertraut?
Ich habe das Glück, einen Hund an meiner Seite zu haben, der Widerstand leistet und mich somit lehrt, ihn zu achten.
Jetzt kommt natürlich wieder die Frage: „Hat ein Hund einen guten Rudelführer, dann muss er ihm auch vertrauen, oder nicht?“.
Die Gegenfrage ist doch: Was bedeutet Vertrauen? Und wie erreiche ich das?
Vertrauen bedeutet, eine Alternative zu haben, was Vertrauen von Hoffnung unterscheidet. Vertrauen verlangt Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität.
„Das muss er können“ setzt uns unter Druck. Und unter Druck fehlt uns meist das Gefühl für unseren Gegenüber. Tut der Hund nicht, was er eigentlich können müsste, dann beginnen wir evtl. wütend zu werden, sind verletzt und enttäuscht. Wir versuchen zu erzwingen, dass unser Hund in die Norm passt und machen Dinge mit ihm, die wir unserem besten Freund bei klarem Verstand nie antun würden. Wir beginnen Vertrauen zu zerstören. Doch der erste Grundstein im Hundetraining ist das Vertrauen.
Wenn Euch das nächste Mal jemand sagt: „Das muss er können“, dann lächelt und vertraut Eurem Herzen. Denn, er wird es können, irgendwann, wenn Ihr das erreicht habt, was anderen für immer verborgen bleibt „einen vierbeinigen Freund zu haben, der Euch blind vertraut.“
Mo
28
Feb
2011
Es ist soweit: Ich komme von der Arbeit nach Hause und ich es ist tatsächlich hell So hell, dass ich erkennen kann, mit wem ich überhaupt spazieren gehe. Das Leben beginnt!
Ich war auf der Abendrunde also bestens gelaunt und das obwohl nicht nur mein Mio, dem man beim Gassi Leckerchen ja erst besonders schmackhaft machen muss, dabei war, sondern auch Lana, die in der Hoffung, es könnte eins runterfallen, pausenlos vor meinen Füßen rumhopfte und ich bei jedem Schritt Gefahr lief, über sie drüber zu stolpern.
Ich hatte zuvor einen Leserbrief in der Zeitung gelesen. Über böse Hundehalter, die ihre Hunde unschuldige Menschen anfallen lassen und die Opfer danach beschimpfen wie: „Ich zahle Hundesteuer, daher darf mein Hund das auch.“ Und natürlich waren nach Meinung des Schreibers 90% der Hundehalter genau so.
Das wollte ich nicht so auf mir sitzen lassen, immerhin grüßte uns mittlerweile schon der von allen Hundehaltern gefürchtete hundehassende joggende Holländer ganz freundlich. Ich sammelte Fakten wie: die meisten Hundehalter die mir begegnen (und ja, dass sind doch sehr viele, wäre ja auch komisch wenn nicht mit einem leinenaggressiven Hund) sind durchaus Rücksichtsvoll und nehmen ihren, sollten wir denen Begegnen, stets an die Leine. Ok mit Ausnahmen vielleicht von manchen blonden Hunden die mit „Golden“ anfangen und mit „Retriever“ enden. Kaum meinen Satz zu Ende gedacht, kam mir ein Mann, mit nem Hund, der mit „Retriever“ endet, entgegen. Puh, zum Glück fängt der mit „Labrador“ an, dachte ich mir und es war nur ne Frage der Zeit, bis Labbi an die Leine kam.
Jetzt verging die Zeit jedoch und Labbi war noch immer nicht an der Leine. Herrchen sah auch nicht so aus, als hätte er das vor, den er hatte wichtigeres zu tun. Er telefonierte munter mit seinem Handy. Labbi ging zwischenzeitlich in die Offensive, schmiss sich in ein Platz und bellte. Während Mio noch nicht so richtig wusste, was er davon halten sollte, war Lana schon der felsenfesten Überzeugung, der Proll sollte sie bloß in Ruhe lassen denn sie hatte bereits einen Hippel dabei, auf nen Zweiten könne sie getrost verzichten. Ich hatte immer noch die Hoffung, der Hundehalter würde sein Telefonat nun beenden und seinen lauernden Hund an die Leine nehmen. Fehlanzeige, der hatte wohl Flatrate und so setzte Labbi erneut an, galoppierte noch ein Stück auf uns zu, schmiss sich wieder ins Platz und bellte erneut.
So langsam verringerten sich meine Chancen auf eine Kommunikation mit Mio. Ich blickte kurz um mich: War irgendwo sonst noch ein Hund, ein Reh, ein Hase oder ein Pferd in Sicht? Nein? Ich beförderte Mio ins Sitz; Leine ab und zwei schwarze Hunde galoppierten auf den Labbi zu.
Ich war schon fast stolz auf meinen Dicken, der es zwar ziemlich eilig hatte, sich aber dann völlig leise an den Labbi ranmachte, ihn kurz umschwänzelte und dann den Weg wieder zu mir suchte (ich war schon am stolzen Handybesitzer vorbei), als Mio ihn im Telefonat störte und Mio nicht den Hund sondern den Mann verbellte. Er lies sich jedoch gleich abrufen und na ja, was soll ich sagen: „Mein Hund der hört!“
Der Mann schaute nach Mios Aktion etwas verdaddert. Doch hätte er was gesagt, hätte ich ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ICH Hundesteuer zahl, und daher darf meiner das. Jawohl. Das mit dem Leserbrief werde ich mir allerdings noch mal überlegen, denn das entscheidende Argument wurde in dem Augenblick, in dem ich es gefunden hatte, gleich wieder zu Nichte gemacht.
So
02
Jan
2010
Als positive Auswirkung der Hundehaltung wird ja oft genannt, dass Hundehalter durch ihren Hund meist mehr Kontakt zur ihren Mitmenschen haben. Anscheinend haben sich auch viele Paare beim Gassi gehen kennen und lieben gelernt. Das bekomme ich dann oft zu hören, wenn mal wieder erwähne, dass es mir fast unmöglich scheint, einen Mann kennen zu lernen. „Wie? Du hast doch einen Hund! Da lernt man doch auch andere Hundehalter kennen. Ich seh immer so viele hübsche Männer mit Hunden.“
Das mag sein, hat man einen Hund von der Sorte hat, der bei Sichtung eines Artgenossen freudig mit dem Hintern wackelt. Ein solches Exemplar habe ich jedoch nicht. Für mich heißt es bei hübschen Männern mit Hund einen großen Bogen zu machen, da Mio weder bei unbekannten Hunden noch bei fremden Männern einen guten Eindruck hinterlässt.
Seit ein paar Tagen ist nur noch Extremspaziergang angesagt. Durch das Silvestergeknalle ist Mio ziemlich durch den Wind und findet alles doof, bedrohlich und gefährlich. Und gerade heute, hatte ein junger Mann es sich in den Kopf gesetzt, meinen sozialbehinderten Hund als Spielgefährten für seinen Husky auszuwählen. Denkbar ungünstiger Zeitpunkt, da Mio schlechte Laune hatte und ich heute morgen durch meine zu große Regenhose, hässlichen Moonboots und verdreckten Winterjacke eher wie das Michelinmännchen nach einer verzechten Nacht aussah und nicht wie eine nette junge Frau.
Während der Huskyrüde nun freudig in die Leine sprang, sprang Mio mit, allerdings nicht ganz so glücklich. Ich war gottfroh, dass unsere Hunde nicht der menschliche Sprache fähig sind, sonst hätte Mios Wortwahl wohl gelautet: „Mach die vom Acker du blöde Töle! Na warte, wenn ich bei dir bin, dann mach ich dich platt, verschwinde endlich bevor ich mich vergesse! Sei bloß froh, das Frauchen mich hält!“. Der Tiefschnee erschwerte meine lang erarbeitete „ich-hab-alles-Griff“- Ausstrahlung und so spielten Mio und ich Tauziehen während die beiden uns dabei zusahen. Irgendwann war Mio dann endlich mal still und der Hundebesitzer wollte die beiden immer noch „spielen“ lassen. Also noch mal schnell Bauchgefühl überprüft: Pro: erst 9 Monate, Contra: unkastriert. Ich entschied mich für Pro und auf 1,2,3 machten wir die Leinen ab. Ich schickte ein Gebet an meinen Hundgott: "Lieber Hundegott, bitte mach das Mio sich nicht all zu schlecht benimmt und der Huskybesitzer recht hat, wenn er meint, sein Hund kann eigentlich mit allen Hunden, danke lieber Hundegott, Amen.“
Die beiden rasten aufeinander zu, Mio gab alles um imposant zu wirken doch der Huskyrüde nahm ihm das nicht krumm, Hauptsache er hatte jemand zum spielen. So umspielte der junge Rüde Mio solange, bis mein Stänkerer sich überreden lies und die beiden tobten durch den Schnee. Der grobe Spielstil von Mio schien weder den Hund noch den Halter zu stören und so hatten wir heute unseren ersten „Mit-einem-Hund-lernt-man-doch--nette-Männer-kennen“-Spaziergang. Nach einer Stunde Gassi mit einem Mann, zwei spielenden Hunden, Schnee und Sonnenschein liegt Mio jetzt völlig erschöpft und endlich ausgepowert unter meinem Schreibtisch und grunzt.
Mi
29
Dez
2010
Aber der Reihe nach. Heute Morgen stand ich, wie viele Tage zuvor, wieder mal vor dem Problem: Wie komme ich in mein Auto? Fahrertüre zugefroren, Beifahrertüre zugefroren. Glücklicherweise geht
der Kofferraum wenigstens auf, so dass ich erst mal Mio verladen kann. Auch wenn ich bereits beim Aufstehen weiß, dass ich jeden Morgen vor dem gleichen Problem stehe, steiger ich mich doch jeden
Tag aufs Neue rein und laufe Gefahr, wie Rumpelstilzchen vor lauter Wut im Erdboden zu versinken. Aber da auch der Boden mit der dicken Schneeschicht überzogen ist, brauch ich mir wohl keine
Sorgen zu machen. Da wäre selbst Rumpelstilzchen nicht eingebrochen.
Auf der Morgenrunde mit Mio ist der erste Ärger etwas verdaut. Schon fast wieder am Auto angekommen, hält ein Mercedes. Im Meinen Kopf rattert es und ich berechne:
a. die Zeit, die wir zum Auto brauchen
b. die Zeit, die der Hundehalter braucht um sich und seinen Hund aus dem Auto zu schaffen.
Ich bin in solchen Rechnungen übrigens mittlerweile ziemlich geübt und meist lieg ich richtig.
Ich komme zu folgendem Ergebnis: Wenn wir einen Zacken zulegen, schaff ich Mio noch locker ins Auto ohne Hundebegegnung. Ich nehm also die Füße in die Hand, mach quietschende und glucksende
Geräusche um Mio für ein „Fuß“ zu motivieren, da sehe ich wie die leicht übergewichtige Frau hektisch aus dem Mercedes springt, einen Sprint um ihr Auto hingelegt und in Windeseile die
Beifahrertüre aufreist. Man könnte denken, in diesem Auto befindet sich eine Bombe und die beiden rennen um ihr Leben.
Falsch! Nix Bombe, der will nur Spielen!
Denn was springt aus dem Auto und rennt ohne Leine auf uns zu??? Ein Golden-Retriever.
Mio ist aber nicht zu Späßen aufgelegt, was er durch lautes Getöse kundtut. Ich schaff es dennoch ihn einigermaßen bei Sinnen ins Auto zu schaffen. Während ich noch angestrengt versuche, den
Kofferraum zu schließen ohne dass Mio mir entwischt, fängt Frauchen von Goldie bereits an zu schnattern.
Die Ähnlichkeiten mit einem Golden Retriever war doch verblüffend:
- Sehr aufgeschlossen, auch Fremden gegenüber. Noch nie zuvor gesehen, fiehl sie über mich her und redete und redete und redete.
- „Die-Welt-ist-schön-und-bunt“-Einstellung, denn eine ihrer ersten Aussage, während Mio mittlerweile tösend gegen die Autoscheiben sprang, war: „Das ist aber auch ein netter Hund.“
- Eine rasche Auffassungsgabe „Andere Hunde findet er allerdings nicht so toll, was?“
- Verspielt und anhänglich: Nachdem ich, wieder genervt durch meine geschlossenen Autotüren, an dem Türgriff rüttelte, ging sie an meine hintere Türe machte diese auf und freute sich: „oh, aber
die hier geht auf“. Dann sah sie Mio an, der er im Auto hippelte und überlegte angestrengt. Der Gesichtsausdruck veränderte sich und sie schlug die Türe ganz schnell wieder zu. „Uih, nicht das
der noch abhaut. Ich bin ja Meinen gewöhnt, der sitzt immer ganz brav und wartet, bis ich ihn rauslasse.“ Schon klar, ich hab ja vorhin gesehen, wie der raketenmäßig das Auto verlassen hat.
Schließlich bin ich dann über die Rücksitzbank ins Auto geklettert.
- Apportierfreudig. Endlich am Steuer angekommen, rannte die Goldiefrau noch mal zurück zu meinem Auto, riss wieder die hintere Türe auf, strahlte bis über beide Ohren und zeigte stolz das
Leckerchen, dass sie vor meinem Auto gefunden hatte „Ist das Ihrs? Füttern Sie Frolic?“ „Ja, dass ist meins.“ Sie steckte es dem verwunderten Mio ins Maul und verschwand.
Ich musste trotz dem morgentlichen Stimmungstief schmunzeln und dachte mir "die beiden passen einfach hervorragend zusammen."
Sa
25
Dez
2010
Diese Anzeige hätte ich am liebsten, in der zwanzigsten Minute auf der Suche nach Mio, stapfen durch den Tiefschnee der bis zu den Knien reichte, aufgegeben. Verschenken ging nicht, denn die einzigen Leute die ich von der Ferne aus sah, hatten selbst schon einen Hund dabei.
Eigentlich, ja eigentlich war ich die Tage mächtig Stolz auf den kleinen Scheißer. Der war so auf mich fixiert, dass ich ihn die letzen beiden Tage offline laufen lies. Er sprang wie ein Fohlen um mich herum, flitze bei jedem Laut von mir freudestrahlend auf mich zu. Wollte er Raben aufscheuchen lies er sich von seinem Vorhaben mit einem NEIN davon abhalten. Heute Morgen war er auch umwerfend und ich strahlte noch über beide Ohren vor Freude, bis…
… bis der Weihnachtsmann Mios Wunschzettel doch berücksichtigt hat.
Blöder Weihnachtsmann!
Denn auf einmal hopften vier Rehe über die Wiese. Genau über die Wiese, über die seit 3 Jahren täglichem Gassi noch NIE NIEMALS NIE, NEIN, NIEMALS ein Reh zu sehen war. Und dann war er wech…
Nach 30 Minuten durch den Schnee kämpfend sah ich ihn wieder. Er hatte die Rehe wohl verloren und ging zum Ausgangsort zurück. Doch nicht wegen mir, viel eher wollte er den Weg der Rehe noch mal genau rekonstruieren um sie vielleicht doch noch mal wieder zu finden.
Glücklicherweise war er nicht allzu weit weg und konnte ihn schnappen, den blöden Kerl.
Falls jemand von Euch den Weihnachtsmann noch sieht, könnt ihr ihm von mir ausrichten, daß er mir gestohlen bleiben kann. Zu uns brauch er sicher nichtmehr kommen. Man kanns mit Geschenken auch übertreiben.